SWISS CLASSIC BIKE AWARD 2026
Wir stellen Ihnen hier sehr gerne die drei Kandidaten für den SWISS CLASSIC BIKE AWARD mit jeweils einer detaillierten Beschreibung vor.

Josef Wüst, Oberriet SG
Josef Wüst hat in Oberriet im St. Galler Rheintal einen Ort geschaffen, an dem Motorradgeschichte zu sehen und zu erleben ist. 2021 eröffnete er mit Unterstützung der Rheintaler Kulturstiftung und des Lotteriefonds das Motorradmuseum Wüst-Rheintal, das er ehrenamtlich führt. Den Anfang machte eine Motosacoche, die er sich mit zwölf Jahren kaufte, heute besitzt er mehrere Exemplare der Genfer Marke. Der Schwerpunkt liegt auf Schweizer Maschinen der Dreissigerjahre, das älteste Stück stammt von 1916. Eine Rarität ist eine Buratti, Ponti et Roch von 1928 mit Ladefläche. Als gelernter Mechaniker hat Wüst die Fahrzeuge selbst instand gestellt, teils mit bis zu 500 Stunden Arbeit pro Motorrad, fast alle sind fahrbereit. Eine Fachbibliothek, Nummernschilder und Restaurierungskurse ergänzen das Angebot. Beruflich unterrichtet der Wirtschaftsingenieur am Zentrum für berufliche Weiterbildung in St. Gallen und Sargans. Sogar das ORF-Fernsehen aus Vorarlberg hat schon im Museum gedreht.

Moto Club Koppigen BE (Beat Kaderli)

Amici Moto d'Epoca Ticino, Bissone TI (Roberto Orsatti)
Der Moto Club Koppigen verbindet Geselligkeit mit Motorsport für Amateure und für historische Maschinen. Jedes Jahr organisiert er ein Motorrad-Rasenrennen, das mit Ranglisten seit 2013 dokumentiert ist. Alle drei Jahre folgt bei Wynigen das Kappelen Memorial, eine Bergprüfung für Oldtimer-Motorräder und Seitenwagen, die seit 2003 belegt ist. 2015 zählte es zur FHRM-Schweizermeisterschaft. Mehrere Clubmitglieder fahren mit klassischen Motorrädern wie Honda CB 750, Ducati 500 oder BSA Rob North in der Vintage-Bergmeisterschaft. Verantwortlich für Rasenrennen und Memorial ist Beat Kaderli. Er führte das 1928 gegründete Zweiradgeschäft seiner Familie in Koppigen bis 2022, seither wird es von Martina und Adrian Struchen weitergeführt. Kaderli fährt selbst Oldtimerrennen, etwa mit einer Benelli Sei oder einer Triumph Tiger. Präsident des Clubs ist Marco Geissmann.
Die Amici Moto d'Epoca Ticino bringen seit über 35 Jahren Liebhaber und Restauratoren historischer Motorräder in der Südschweiz zusammen. Gegründet wurde der Club von Tessinern und im Locarnese wohnhaften Deutschschweizern, heute trifft man sich monatlich in Giubiasco. Ein Fixpunkt ist der Anlass auf der Tremola, bei dem klassische Motorräder die alte Gotthardstrasse befahren, 2019 zum 37. Mal. Zum Jahresprogramm gehören auch die Rievocazione Chiasso–Pedrinate und ein Trainingstag für Rennmaschinen in Ambri. 2023 starteten in Chiasso–Pedrinate 130 Fahrer aus mehreren Ländern. 2025 wählte der Club die Motorräder für eine Freiluftschau des m.a.x. museo in Chiasso aus. Präsident ist seit 2012 Roberto Orsatti aus Bissone, selbst Restaurator und Sammler von Motorrädern aus den Zwanziger- bis Siebzigerjahren. Zu seiner Sammlung gehört eine Zehnder, die in den Zwanzigerjahren mehrfach an der Fahrt Paris–Nizza teilnahm. Eine Motosacoche von 1928 hat er selbst restauriert.












